@ GALERIE JAUD

 Dietrich Fischer-Dieskau
Ausstellung
»BILDER«

   


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»BILDER« - Dietrich Fischer-Dieskau in der Galerie Jaud
Blick in den Ausstellungsraum der Galerie - Ausstellung Bilder: Dietrich Fischer-Dieskau
 

Hier zeigen wir Ihnen einige
Bildimpressionen von der Vernissage am 9.6.2002

Bürgermeister Thomas Schmid
Bürgermeister Thomas Schmid eröffnete die Ausstellung
Die fröhliche Atmosphäre der Eröffnung spiegelt sich in den Gesichtern wieder
Auch Frau Fischer-Dieskau-Varady wollte die Ausstellungseröffnung nicht versäumen

vlnr: A.Jaud, Julia Varadi, Petra Jaud, Dietrich Fischer-Dieskau

"Bitte treten Sie mit meinen Bildern in einen Diskurs ein", meint Maler Fischer-Dieskau

Obwohl die Vernissage der Ausstellung....

...'Bilder' sehr gut besucht war und die Kapazitätsgrenze beinahe erreicht war...

...ergaben sich am Rande der Ausstellungs- eröffnung viele interessante Gespräche.....

...mit dem Künstler und anderen Gästen.

Julia Varady und Dietrich Fischer-Dieskau freuen sich sehr....

...über die einführenden Worte von Alexander Jaud zur Ausstellungseröffnung.

Im Folgenden ein Ausschnitt aus den Einführungsworten zur Ausstellungseröffnung von Alexander Jaud:

Seit nunmehr 1998 engagieren wir uns als Galerie für ein Rahmenprogramm zu den Richard-Strauss-Tagen, weil ich der Meinung bin, dass wer hören will muss auch sehen. Nein, im Ernst, es ist reizvoll einen Brückenschlag herzustellen zwischen der Musik von Richard-Strauss, der Person Richard Strauss oder maßgeblichen Interpreten seiner Musik zu Bildern. So haben wir 1998 Ludwig van Molle gezeigt, der Bilder unmittelbar zur Musik Strauss entstehen lässt, haben Lukas Vogel ausgestellt, der die Alpensinfonie in einmaligen Lichtspielen eingefangen hat oder zeigen Portraits von Willy Damian, der die Person, den Künstler Strauss hervorragend in Portraits eingefangen hat.

Im Rahmen der Vorbereitungen dieser Ausstellung bekam ich einen Anruf von einem Bildhauer, der mich dann auch besuchte und einen Teil der hier heute ausgestellten Bronzen mitgebracht hat.

Wir sind dann bei seinem Besuch vor der Ausstellung ein wenig ins Reden gekommen und wenn man zur Zeit ein wenig ins Reden kommt, dann sind es ja meistens die schlechten Zeiten. Die miese Konjunktur und dass ohnehin alle Werte den Bach runtergehen. Und dann sagte der Bildhauer noch: „und ganz am Ende der Skala, was dann wirklich keiner mehr braucht, das sind Bilder, sind die Gemälde.“ Und er fährt weiter fort: „wenn dann schon lange nichts mehr kommt, dann kommen noch die Skulpturen. Und alles das in unserer Gesellschaft, obwohl Bilder und Skulpturen doch ein Zeichen von Hochkultur ist".

Wenn ich heute so um mich blicke, muss ich feststellen, dass Sie sich hier offensichtlich doch um Dinge kümmern, die ganz am Ende stehen. Vielleicht versöhnt das den Bildhauer.

Aber das ist nur die eine Seite. In der aktuellen Ausgabe (Feuilleton 24/2002) der Zeit schreibt Hanno Rauterberg:
„Das Reden, Schreiben, Lesen hat das Künstlern verdrängt.“ Und er meint damit, dass heute weit mehr über Kunst geredet wird, als dass sie sonst beachtet wird.
Kunst ohne Kunst - nur darüber Reden? Aber Rauterberg schreibt weiter: „Allein 2002 werden weltweit zwölf Biennalen abgehalten, ständig locken Übersichtsschauen und Messen - Kunst ist längst überall und immer. Es gibt mehr Museen, mehr Galerien, mehr Preise und mehr Künstler denn je, selbst auf der Zugspitze oder in der Tiefgarage bei Siemens in München werden Ausstellungen inszeniert. Und immer noch kommen neue Häuser und Hallen hinzu, immer öfter werden alte Meister aus den Museen vertrieben, um Platz zu schaffen für die Werke der Jetztzeit. Nie war in der Kunst mehr Gegenwart als heute. (...) Die Kunst ist vielfältiger, bunter, präsenter denn je, doch bedeutet sie uns offenbar nicht viel. In ihrer Allgegenwart hat sie ihren eigentlichen Wert verloren“
(Zitat aus DIE ZEIT, Feuilleton 24/2002, "Was soll uns diese Kunst?" von Hanno Rauterberg).

Die Kunst hat sich gewandelt. Dies aber nicht erst seit gestern. Sie hat sich wohl bereits zu dem Zeitpunkt gewandelt, als der Künstler sich zu individualisieren begann, als das Werk des Künstlers nicht mehr der Ausfluss dessen war, was ihm von Gott gegeben wurde, um es im irdischen Leben an Gott zurückzugeben (stark vereinfacht).

Warum ich Ihnen das alles erzähle, warum ich bis jetzt nicht einmal den Künstler heute, Herrn Dietrich F.D erwähnt habe? Weil ich Sie ein wenig ablenken will von dem, was Sie kennen von Herrn Fischer-Dieskau. Weil ich Sie ein wenig mehr sensibilisieren will für seine Bilder, für seine Kunst, die Sie - zumindest die meisten von Ihnen noch nicht kennen. Ich will versuchen, Ihren Blick zu befreien - ja ihren Blick - für das was hinter den Bildern heute steht, damit es nicht verdeckt wird von dem, der evtl. vor den Bildern steht.

Wer ist es , der vor den Bildern steht ? Eine kurze Biographie ist nicht möglich, denn Fischer- Dieskau ist sicherlich einer der wenigen Künstlerpersönlichkeiten, deren biographische Daten sich auch mit Mühen nicht auf wenige Eckdaten reduzieren lassen. Auch eine Beschränkung auf die Daten, die nur mit dem „Maler“ Fischer-Dieskau unmittelbar zusammenhängen gelingt nicht, da sich in den Bildern eines Künstlers eben seine gesamte Vita wiederspiegelt. Was also hier nennen und was weglassen:
Fischer-Dieskau wurde vor mehr als siebzig Jahren als jüngster von drei Söhnen in Berlin geboren. Sein Vater - ein promovierter Altphilologe, war Oberstudiendirektor und die Mutter war Lehrerin. Ein Vorfahre der Familie war der Kammerherr von Dieskau, für den Bach 1742 seine "Bauernkantate" schrieb. Dies muss heute ausreichen.

Aber ich will ja gerade ablenken von dem Mann vor den Bildern. Sie meinen, dass er da steht in Ihren Köpfen, das sei kein Problem? Den Künstler heute kennt doch jeder. Man hat über ihn gelesen, man ihn auf der Bühne, ja auf unzähligen Bühnen gesehen, man hat ihn gelesen, hat über ihn gelesen; Sie werden sagen: "Na ja, jetzt sehen wir halt noch die Bilder an, die werden sein, wie - na ja - wie er halt, halt von ihm. Ja, ja, gefällt uns, ein wenig schwierig oder zu einfach. Aber erinnern Sie sich noch der Auftritt König Lear, wie FD da gesungen hat....". Sehen Sie, so soll es nicht sein. Wenn man meint, dass Künstler, ja ich muss hier sagen - Megakünstler -, die man vom Theater oder aus Opernhäusern vom Fernsehen oder von CD kennt es leichter haben, sich zu behaupten, wenn sie „auch“ Maler sind, dann bezweifle ich dies sehr stark. Im Gegenteil, sie haben es im Ergebnis aus meiner Sicht viel schwerer.

Vergleichbar vielleicht mit dem Schüler, der bei seinem Vater in der Schulklasse ist. Er muss immer ein wenig besser sein als die anderen, damit nur ja nicht der Verdacht aufkommt, er wird protegiert. Und wenn er nicht immer besser ist, dann ist er schnell unten durch und wandert in die Schublade „Pädagogenkind“ - die sind halt so. Lehrer haben eh nur Ferien. Sie sehen, wie man hier wieder zu Vorurteilen kommt und man kommt weg vom Eigentlichen, von den Bildern, man bleibt beim Reden und kommt nicht zum Künstlern.

Aber, wenn ich Sie jetzt ein wenig angelenkt habe von der Person und Sie ein wenig hingeführt habe zu den Bildern, dann lassen Sie uns dort bleiben. Die Bilder, die Sie hier heute sehen sind nur ein kleiner Teil aus dem Schaffen mehrerer Jahrzehnte. Aber wir haben diese Bilder hier heute so zusammengestellte, um Ihnen zu ermöglichen, eine möglichst umfassende, deutliche und klare Übersicht über Dietrich Fischer-Dieskau als Maler zu bekommen.
Wir haben uns auch dafür entschieden, einige Bilder auszusondern aus dem sonstigen Schaffen von Fischer-Dieskau: Die Portraits. Sie befinden sich hier im Sonderraum hinter mir. Die Portraits des Künstlers lassen eine tiefe und präsente Auseinandersetzung mit der Person des oder der Potraitierten spüren, der unmittelbar auf den Betrachter überspringt. Dabei ist es dem Künstler zunächst gar nicht wichtig, die Person hier für den Betrachter zu bezeichnen. Die Porttraits sind daher oft nur mit „Die Bildhauerin“ oder „Männerkopf“ betitelt, obwohl sich natürlich keine Phantasiegebilde, sondern reale Menschen dahinter verbergen.

Dann die Landschaftsszenen, die vielleicht oberflächlich etwas „musikalisch“ - anmuten (ja ja, man sucht es zwangsläufig immer, das Musikalische) - aufgewühlte Landschaft in dem Gemälde „Vor dem Sturm“. Das lebendige Wolkenbild kämpft hier mit den ruhigen und gedeckten Farben. Oder das „Einsame Auto“ - verspielt, emotional, ja ein wenig ironisch wirkt es auf mich. Aber auch die Bilder, aus denen man tatsächlich unmittelbar Musik, Rhythmus und Dynamik spürt, wie z.B. bei dem Gemälde Pastorale. Man fühlt aus einige Bildern, wie ein Ton langsam ansteigt, wie weitere Töne hinzukommen und das Thema nach und nach gesteigert wird. Gesteigert, bis der letzte Punkt eingesetzt wird und dann das Bild fertig ist und beginnt zurückzustrahlen.

Nicht fehlen dürfen aber auch Werke, die wie Bühnenneufassungen sind, wie zB Falstaff - Schlussfuge oder Salome - und Schluss. Hier kann sich der Maler nicht verleugnen und das ist dann ja auch wieder gut so!

Die Kunst hat sich gewandelt, so habe ich eingangs einen Gedanken gesponnen. Sie hat sich gewandelt, als das Werk des Künstlers nicht mehr der Ausfluss dessen war, was ihm von Gott gegeben wurde, um es im irdischen Leben an Gott zurückzugeben. So stark hat sich die Kunst bei Fischer-Dieskau nicht gewandelt. Man hat bei vielen Bildern des Künstlers den Eindruck, dass hier genau das passiert, was so selten geworden ist, dass hier etwas ausgedrückt werden muss und - gut. Ich meine das im positivsten Sinne, weil es so unmittelbar ist, wie in dem Bild Baum im Eis.

(...)

Ihnen, die Sie heute gekommen sind, die "Bilder" einer Ausstellung zu besuchen wünsche ich die Fähigkeit, hinter der Bilder zu schauen und Freude und Spaß bei interessanten Gesprächen.

 
   

Gemälde von Fischer-Dieskau: First Sight - Dispersion Öl/Leinwand 130/100 cm
"First Sight"


"Gelbe Tulpen"


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