GAP (bru)
. "Für mich ist es schwer zu erklären, welchem
Oberbegriff ich die Bilder zuordnen soll", bekannte
Alexander Jaud, als er seine Gäste begrüßte,
die sich zur Eröffnung der Ausstellung mit Bildern von Jurij
Galusinskij am vergangenen Mittwoch in der Galerie Jaud (Bahnhofstraße)
eingefunden hatten.
Auch der Künstler selbst verweigerte eine öffentliche
Hilfestellung: "Ich habe in meinen Bildern erzählt,
deshalb halte ich keine lange Rede." Die Gedichte, die Sabine
Haag einigen Kunstwerken beige- geben hatte, waren ebefalls in
sich verrätselt. So gilt es, sich selbst auf den Weg zum
|
Zentrum
von Galusinskijs Kunst zu begeben; noch bis zum 30. Januar 1999
ist das zu den Ladenöffnungs- zeiten möglich.
Das Menschenbild ist sein bevorzugtes Thema; oft verfremdet,
oft als liebendes Paar dargestellt. Aber formale Eperimente scheinen
Galusinskij wichtiger zu sein. So differenziert er die Bildoberfläche:
Farbtropfen, Fadennetze werden integriert. Selten gibt es große
einheitliche Farbflächen (wie im windgepeitschten "Sandschloß");
vieles ist detailreich und bis ins Kleinste durchorganisiert.
Vielfarbig, aber nicht bunt, ist der Gesamteindruk. |
Im Einzelgespräch
gab Galusisnkij dann doch einige seiner Leitideen preis:
"Ist es ein Ziel, einen Stil zu finden? ich male nach
meinen Erlebnissen und Gefühlen; dann, wenn ich das Bild
gemalt habe, habe ich auch mein Erlebnis verarbeitet, das augenblickliche
Gefühl ist vorbei."
Nicht der Stil, das Thema sei ihm wichtig, wie Alexander Jaud
erklärte; so entstanden unter dem Sammeltitel "Menschzeiten"
schließlich witzige, erotische, ernsthafte, märchenhafte,
verträumte Bilder.
Seit 1992 in Deutschland ansässig, hat der 41jährige
Gaulsinskij damit schon auf vielen Ausstellungen Anerkennung
gefunden. |