DIE
AUSSTELLUNG VON
LUDWIG GEBHARD IN DER PRESSE
Der
Artikel ist entnommen aus
STADT
& LAND
Kulturmagazin
für das Oberland und München mit Umgebung
Ausgabe
Juni / Juli 1997
Garmisch-Partenkirchen - Unser Titelbild
zeigt den 1995 entstandenen Linolschnitt "Kopf l" von
Ludwig Gebhard. Linolschnitte Ludwig Gebhards, die zwischen 1987
und 1997 entstanden sind, zeigt ab dem 30. Juni und noch bis
zum 30. September des Jahres die Galerie Jaud in Garmisch-Partenkirchen.
Gebhards Linolschnitte sind von außergewöhnlicher
Exaktheit. Der Künstler hat die zeitaufwendige Technik zu
großer Präzision geführt. Im Übereinanderdruck
gelingt es Gebhard, bis zu elf Farbschichten zu verwenden. Das,
was dann geschliffen und brillant aussieht, ist geometrisch und
handwerklich genau, als Spiegel einer Weltbetrachtung, die nicht
beliebig sein will.
Gebhards Motive - die Galerie Jaud zeigt unter anderem "Stilleben
im All", "Drei Früchte", 'Kanne und Flasche",
"Paar in Gelb", "Paar '94", "Roter Mund",
"Stuhl 315", "Torso '95", "Kreuz 111",
"Landschaft '92", "Verteilte Formen" oder
"Stilleben mit Nudelholz" - wirken in ihrer Brillanz
akribisch, akkurat. Doch ist die Brillanz, das heißt die
Schönheit eine letztlich vermeintliche. Jedes Motiv wird
gebrochen, Gebhard stellt Kopf, Stuhl oder Stilleben in einen
gesamtweltlichen Zusammenhang, "Malerei muß,' so Gebhard
über das Verhältnis von Kunst und Realität, "konform
gehen mit der Wirklichkeit, will sie ein Spiegelbild ihrer Zeit
sein." Da ist Kunst aufgerufen, eine immer wieder neue Sprache
zu entwickeln. "Will ich eine zerstörte Landschaft
abbilden, so werde ich kein einfaches Aquarell malen können.
Ich werde mich eben um eine neue Sprache bemühen müssen.
Kunst hört auf, Blödsinn zu sein, wenn sie sich der
ernsthaften Auseinandersetzung stellt, das zu machen, was optisch
noch möglich ist. Schauen Sie, wenn heute ein Düsenjäger
von hier nach dort fliegt, wenn ein Satellit tausend Kilometer
weit entfernt im All schwebt, wenn in einer Landschaft nichts
mehr wächst, wie wollen Sie das noch dingfest machen. Die
Impressionisten konnten als Letzte einen Nebel oder eine Landschaft
darstellen. Heute ist der Nebel sauer und die Landschaft ist
verschmutzt, Da brauchen Sie eine neue Sprache. Da brauchen Sie
eine neue Kunst."
Ludwig
Gebhard, 1933 im oberpfälzischen Tiefenbach geboren, arbeitet
in München und in Landsberg am Lech. Der Künstler konzentrierte
sich noch nie auf nur eine Technik. Nach Radierungen, Lithographien
und Linolschnitten entstanden in den vergangenen Jahren auch
Handzeichnungen und Ölbilder, aber auch Plastiken und Skulpturen
aus Stein, Eisen und Bronze, Wandteppiche und Gobelins. Freistehende
Skulpturen sind zur Zeit in Landsberg am Lech zu sehen. Eine
Skulptur kaufte die Stadt vor kurzem an. In Tiefenbach, das Gebhard
in Bälde ein Museum widmen wird, fertigte Gebhard zuletzt
ein fünfzig Quadratmeter großes Wandgemälde an.
Museen wie die Albertina Wien, das Baseler Kupferstichkabinett,
die Staatliche Graphische Sammlung München oder das Museum
de Arte Moderne in Rio de Janeiro sind im Besitz von Gebhards
Arbeiten. Ausstellungen fanden bereits in zahlreichen Ländern
statt. Die Ausstellung der Galerie Jaud wird am 28, Juni um 10.30
Uhr eröffnet. Der Künstler wird anwesend sein.
Galerie
Jaud, Bahnhofstraße 24, 82467 Garmisch Partenkirchen,
08821/50008, Montag bis Freitag 9.30 bis 12.00 und 15,00 bis
18.00 Uhr, Samstag 9.30 bis 12.00 Uhr. |