DIE AUSSTELLUNG VON
LUDWIG GEBHARD IN DER PRESSE

Garmisch-Partenkirchen - Linolschnitte Ludwig Gebhards, die zwischen 1987 und 1997 entstanden sind, zeigt ab dem 30. Juni und noch bis zum 30. September des Jahres die Galerie Jaud in Garmisch-Partenkirchen.
Gebhards Linolschnitte sind von außergewöhnlicher Exaktheit. Der Künstler hat die zeitaufwendige Technik zu großer Präzision geführt. Im Übereinanderdruck gelingt es Gebhard, bis zu elf Farbschichten zu verwenden. Das, was dann geschliffen und brillant aussieht, ist geometrisch und handwerklich genau, als Spiegel einer Weltbetrachtung, die nicht beliebig sein will.
Gebhards Motive - die Galerie Jaud zeigt unter anderem "Stilleben im All", "Drei Früchte", 'Kanne und Flasche", "Paar in Gelb", "Paar '94", "Roter Mund", "Stuhl 315", "Torso '95", "Kreuz 111", "Landschaft '92", "Verteilte Formen" oder "Stilleben mit Nudelholz" - wirken in ihrer Brillanz akribisch, akkurat. Doch ist die Brillanz, das heißt die Schönheit eine letztlich vermeintliche. Jedes Motiv wird gebrochen, Gebhard stellt Kopf, Stuhl oder Stilleben in einen gesamtweltlichen Zusammenhang, "Malerei muß,' so Gebhard über das Verhältnis von Kunst und Realität, "konform gehen mit der Wirklichkeit, will sie ein Spiegelbild ihrer Zeit sein." Da ist Kunst aufgerufen, eine immer wieder neue Sprache zu entwickeln. "Will ich eine zerstörte Landschaft abbilden, so werde ich kein einfaches Aquarell malen können. Ich werde mich eben um eine neue Sprache bemühen müssen. Kunst hört auf, Blödsinn zu sein, wenn sie sich der ernsthaften Auseinandersetzung stellt, das zu machen, was optisch noch möglich ist. Schauen Sie, wenn heute ein Düsenjäger von hier nach dort fliegt, wenn ein Satellit tausend Kilometer weit entfernt im All schwebt, wenn in einer Landschaft nichts mehr wächst, wie wollen Sie das noch dingfest machen. Die Impressionisten konnten als Letzte einen Nebel oder eine Landschaft darstellen. Heute ist der Nebel sauer und die Landschaft ist verschmutzt, Da brauchen Sie eine neue Sprache. Da brauchen Sie eine neue Kunst."

Ludwig Gebhard, 1933 im oberpfälzischen Tiefenbach geboren, arbeitet in München und in Landsberg am Lech. Der Künstler konzentrierte sich noch nie auf nur eine Technik. Nach Radierungen, Lithographien und Linolschnitten entstanden in den vergangenen Jahren auch Handzeichnungen und Ölbilder, aber auch Plastiken und Skulpturen aus Stein, Eisen und Bronze, Wandteppiche und Gobelins. Freistehende Skulpturen sind zur Zeit in Landsberg am Lech zu sehen. Eine Skulptur kaufte die Stadt vor kurzem an. In Tiefenbach, das Gebhard in Bälde ein Museum widmen wird, fertigte Gebhard zuletzt ein fünfzig Quadratmeter großes Wandgemälde an. Museen wie die Albertina Wien, das Baseler Kupferstichkabinett, die Staatliche Graphische Sammlung München oder das Museum de Arte Moderne in Rio de Janeiro sind im Besitz von Gebhards Arbeiten. Ausstellungen fanden bereits in zahlreichen Ländern statt. Die Ausstellung der Galerie Jaud wird am 28, Juni um 10.30 Uhr eröffnet. Der Künstler wird anwesend sein.

Galerie Jaud,
Postadresse: Hauptstraße 25,
82467
Garmisch Partenkirchen,
Tel: (0 88 21) 5 00 08

Der Artikel ist entnommen aus

STADT & LAND
Kulturmagazin für das Oberland und München mit Umgebung
Ausgabe Juni / Juli 1997

 


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