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LUDWIG Die Ausstellung
dauerte vom
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Seine Linolschnitte sind technische Meisterwerke nach dem Prinzip des verlorenen Druckträgers von einer einzigen Platte, aus der er im Fortgang der einzelnen Zwischenzustände jeweils Linien und Flächen herausschneidet. Ludwig Gebhard gelangt durch seine präzisen Handhabungen im Übereinanderdruck von bis zu elf Farbschichten zu Ergebnissen von größtmöglicher Genauigkeit. Weltweit genießt seine technische Perfektion breite Anerkennung, was die Präsenz seiner Grafiken in bedeutenden Museen wie der Albertina Wien, dem Baseler Kupferstichkabinett, der Staatlichen Graphischen Sammlung München oder dem Museum de Arte Moderne in Rio de Janeiro zeigt. |
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Gesichter tauchen
auf, seltsame Gnome und Fabelwesen, spitzschnäblige Vögel,
Beine und Zauberarme, die im blauen Äther der Blätter
Gebhards ein selbständiges Dasein führen. Was so spielerisch
und leicht daherkommt, ist jedoch kein Ergebnis spontaner Formgestaltung,
dafür ist die Einteilung des Raumes zu genau berechnet.
Die Figuration oder besser, die verschiedenen Figurenbereiche
und deren Verhaeltnis zum Raum ist durch die Proportionslehre
festgelegt und keineswegs willkürlich vorgenommen. Die Spontaneität,
die bei den ersten Entwürfen Pate gestanden haben mag, ist
durch die Ratio gezügelt und in die Form gebracht. Wie ein roter Faden
durchzieht das Werk Gebhards die Lehre des Bauhauses und deren
Nachfolger, die das Geheimnis des Verhältnisses von Farbe
und Form reflektierten und in ihren Werken zum Ausdruck brachten.
Gebhard geht wie Max Bill von einfachen Motiven aus, die er auflöst,
isoliert und wieder neu in ein Verhältnis zueinander setzt,
bis sie schließlich als Wesen einer unbekannten Welt neu
geboren werden. Er studierte an der Münchner Akademie für bildende Künste und hörte bei Professor Schmidt Vorlesungen über Kunstgeschichte. Seit 1963 stellt er regelmäßig aus. Die Verbindung zwischen Theorie und Praxis im künstlerische Schaffen von Gebhard mag auch der Grund dafür sein, daß sich sein Werk, das nicht nur Graphik und Malerei, sondern auch plastische Arbeiten, ja sogar Gobelins und Reliefs umfaßt, die Moderne mit der Klassik verbindet. Der eingangs beschriebene, gesetzmäßigen Kompositionen gehorchende Bildaufbau, der immer wieder durch rhythmische Assoziationen durchbrochen wird, und die optimistische, an die Popart erinnernde Farbigkeit, die für die Bauhausmeister untypisch wäre, stellen eine Synthese dar, die Gebhards Werk besonders auszeichnet. Was bei vielen Arbeiten
des Künstlers ausserdem auffaellt, ist die Dynamik. Er versetzt
die Figur in eine Bewegung, die von einer gekonnten Handhabung
der flächendefinierenden Linien herrührt. Wie gläserne
Puzzleteile legt er die durch die deutlich sichtbaren Linien
markierten transparenten Flächen übereinander und schafft
so eine Mehrschichtigkeit in seinen Bildern, die beeindruckt. Dr. Helmut Orpel |