das Leichte und
das Schwere

 Cornelia und Heinrich Schott
Bilder und Plastiken aus 70 Jahren



die Ausstellung - Cornelia Schott - Heinrich Schott - Bilder der Ausstellung


Heinrich Schott

 
Heinrich Schott studierte 1938 bis 1944 - unterbrochen durch den Wehrdienst - an der Münchner Akademie für Bildende Kunst und war bereits früh als Bildhauer erfolgreich. Seit 1950 war er im Hauptberuf als Journalist, zuletzt als leitender Redakteur des Garmisch-Partenkirchner Tagblatts tätig.
Im Stillen widmete er seine Kraft unbeirrt seiner Kunst. Wichtige Arbeiten befinden sich in öffentlichem und privatem Besitz. Aus dem Nachlass werden 25 Skulpturen vorgestellt.



 Heinrich Schott
Heinrich Schott
geb. 29.Juni 1916 in Berlin-Charlottenburg
verstorben 5.Juni 2005 in Garmisch


Heinrich Schott würde am 29. Juni 2006 seinen 90.Geburtstag feiern.

Als Bildhauer schafft sich Schott die denkbar besten Voraussetzungen: Nach dem Abitur, einem Steinmetzlehrgang und einem Architekturstudium kommt er an die Münchner Akademie und als Meisterschüler zu Prof. Bernhard Bleeker, einem wichtigen Vertreter der Münchner Bildhauerschule. So sind die frühen Arbeiten von Schott verhalten neoklassizistisch. Sie stehen aber auch unter dem Einfluss der neueren französischen Skulptur (Despiau, Maillol) und der deutschen Moderne der Vorkriegszeit (Lehmbruck).
Seine noch immer sehr starke Leidenschaft für die griechische Mythologie drückt sich in der inneren Ruhe und der Harmonie dieser Figuren aus, teilweise auch in einer gewissen Monumentalität. Das antike Griechenland bildet auch den Schwerpunkt bei den Gemälden von Schott.

Durch Krieg und Gefangenschaft wird der Künstler aus dieser "Heilen Welt" gerissen. Das erlebte Leid und die tägliche Konfrontation mit dem Kampf um die Existenz schlägt sich in einer stark expressiven Phase von Schott nieder. Seine Skulpturen sind nun Abbilder von geschundenen, verfolgten und gebrochenen Menschen. Figuren voller Leid und Nachdenklichkeit voller Sensibilität und Deutlichkeit.

Trugen die Objekte von Schott vor dem Krieg noch Titel wie "Träumerei", "Nereide", "Badende" oder "Trance", so heissen sie in den 50er Jahren "Die Verfolgten", "Klage", "Gefallenenmal" oder "Geschunden".

Über eine Phase, die die Auseinandersetzung mit der Abstraktion eines Henry Moore deutlich erkennen lässt, findet Heinrich Schott zu einer systematischen Reduktion von Form und Gestus, zum "TORSO" als eigenständige Gestaltung.

Die Schwierigkeit in diesem Bereich liegt insbesondere darin, trotz der Verminderung der Ausdrucksmittel, eine geschlossene, inhaltsvolle Form zu erreichen, die weder unfertig noch verstümmelt wirkt. Das Ziel von Heinrich Schott bei diesen Torsen ist, dem Urtypus, den Ursituationen des Menschlichen einen räumlichen Ausdruck zu geben.

Heinrich Schott, der Journalist ist 30 Jahre beim Garmisch-Partenkirchner Tagblatt tätig gewesen, mehr als die Hälfte dieser Zeit sogar als Leiter der hiesigen Redaktion. Darüberhinaus war er Kunst- und Kulturkritiker, langjähriger Korrespondent grosser Nachrichtenagenturen (u.a. dpa) und des Bayerischen Rundfunks. Für seine journalistische Tätigkeit erhielt Heinrich Schott das Bundesverdienstkreuz.

Bereits vor 10 Jahren, 1996, stellte die Galerie Jaud einen Überblick über das umfassende Schaffen des Bildhauers Heinrich Schott aus.

In der damailgen Ausstellung, wurden mehr als hundert zum Teil dokumentierte Objekte gezeigt, und zum ersten Mal auch Gemälde des Künstlers, sog. Tafelbilder, die teilweise erst in den späten Jahren entstanden sind. Diese Tafelbilder sind zwischenzeitlich zum großen Teil zerstört. In der Ausstellung 2006 werden daher nur sehr wenige dieser Arbeiten gezeigt werden.

 Heinrich Schott
Heinrich Schott
"verklungene Musik" (Wachsmodell)

 


 

GALERIE JAUD
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D-82467
Garmisch-Partenkirchen
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Telefax -49 -88 21 - 7 92 08
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© by Alexander Jaud 2006