Kunst der Welt in der GALERIE JAUD

Lahti, Finnland
Garmisch-Partenkirchen

 Soíle Ylí-Mäyry
[ der brennende traum ]



die Ausstellung - die Künstlerin - Zitate - Bilder der Ausstellung - Bilder von Soíle Ylí-Mäyry


[ der brennende traum ] - Soíle Ylí-Mäyry in der Galerie Jaud

"Sonnenwind" - 2002 - 180/65 cm
"Sonnenwind" - 2002 - 180/65 cm
 


Hier zeigen wir Ihnen einige
Bildimpressionen der Vernissage am 15. März 2003



Zahlreiche Kunstinteressierte haben sich wieder in der Galerie Jaud eingefunden.

Der komm. Kurdirektor Klaus Furtmeier eröffnet die Ausstellung im Namen der Marktgemeinde.

Am Rande der Ausstellungseröffnung ergaben sich viele interessante Gespräche.....

...mit der Künstlerin und anderen Gästen.

Frau Kruis begrüßt die Vernissagegäste im Namen des Partnerstädtevereins Garmisch-Partenk.

Klaus Furtmeier (rechts) im Gespräch mit Nicole Koschwanez und Stefan Böhm.

Ausschnitt aus den einführenden Worten
zur Ausstellungseröffnung:


Es ist kaum zu glauben, aber diese Ausstellung heute wird seit über zwei Jahren geplant, wobei die Initiative zu dieser Ausstellung von der Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen ausgegangen war, da es galt, die Städtpartnerschaft Lahti und Garmisch-Partenkirchen auf kulturellem Sektor zu intensivieren.

Das Problem war nur, einen passenden Termin für die Ausstellung zu finden. Und genau mit dieser Terminsproblematik kann man direkt zur Künstlerin überleiten:

Soíle Ylí-Mäyry ist ständig unterwegs - auf der ganzen Welt - und das ist keineswegs übertrieben - jagt eine erfolgreiche Ausstellung die andere: Die Werke von Soile Yli-Mäyry ziehen die Welt in ihren Bann. Bisher waren Ihre Werke in 24 Ländern zu sehen. Soíle Ylí-Mäyry könnte sich jederzeit an jedem beliebigen Ort der Welt niederlassen, denn Kunstliebhaber aller Nationen bewundern ihre Werke. Auch wollte es sich die Künstlerin nicht nehmen lassen, persönlich zur Eröffnung aus Finnland extra anzureisen.

Soíle Ylí-Mäyry - wer ist das?
Sie wurde in Finnland geboren und erhielt die erste Ausbildung an der freien Kunstschule in Helsinki. Von 1972 - 1975 studierte die
Soíle Ylí-Mäyry an der Stuttgarter Akademie. Sie hat sich ihren Erfolg hart erkämpft, denn das lernte Soíle Ylí-Mäyry schnell: Allein durch durch ein Studium an der Kunstakademie wird man noch nicht zum Künstler. "Zum Kunstmachen wächst man oder eben nicht". wie sie selbst gerne feststellt.

Gegensätze, Extreme, Sturheit, Kraft, Licht und Feuer, das alles sind Begriffe mit denen man die Bestandteile einer Soíle Ylí-Mäyry umschreiben könnte. Gut davon hat auch jeder von uns, aber halt nicht in einem Verhältnis wie hier. Die Künstzlerin meint dazu: "Ich plane nicht. Es ist doch kläglich mit anzusehen, wie Menschen Entscheidungen auf Morgen verschieben und auf das richtige Leben warten. Wir sollten es der Natur gleichmachen. Diese plant nicht, wartet nicht. Der Vogel singt heute."

Die Kunst von Soile ist heftig, oft meinen viele sie ist so heftig, dass sie gar nicht von einer so zarten Frau stammen könnte.

Wer der Mensch ist, der eigentlich Angst vorm Fliegen und Zugfahren hat, der aber die ganze Welt bereist - um nur einen Aspekt herauszugreifen- was also hinter der Künstlerin steckt, wie ihr Leben bisher abgelaufen ist und viele Aspekte ihrer Bilder, zeigt uns die Künstlerin auch in ihrem neuesten Buch. Nicht nur autobiographischer Text, sondern auch viele Bilder finden sich darin und es liest sich spannend wie selten eine Autobiographie. Die englische Übersetzung ist gerade frisch aus dem Druck. Sie können gerne über unsere Galerie dieses Werk beziehen (35,00 EUR incl. Fracht und Verpackung).


Die Bilder:

Wer den Ausstellungsraum betritt, nimmt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch zuerst die Farben wahr. Die Farben! Aber was für Farben! Leuchtend! Kräftig! Unmittelbar ins Auge fallend!

Es sind eigentlich immer die reinen Primärfarben rot, gelb und blau, die hier ohne vermittelnde Zwischentöne als größere Flächen oder auch ganz kleinteilig nebeneinandergesetzt werden. Schwarz und Weis - als "unbunte Farben" geben die Kontur für Figuren und Formen. Die Farbigkeit hebt die Bilder der Künstlerin gänzlich ab von der sonstigen finnischen Kunst, die hauptsächlich auf Erdfarben basiert. Ölmalerei ist das Ausdrucksmedium der Künstlerin. Aber es fällt bei ihrem Farbauftrag auch die gleichzeitige Verwendung von graphischen Mitteln auf.

Auf ihren Bildern finden sich immer wieder lineare dynamische Gitterwerke, die in die Farbe gekratzt sind. Dadurch werden die unter der Oberfläche liegenden Farbschichten sichtbar, weitere Bildbereiche werden gleichsam transparent. Daneben gibt es aber wiederum Stellen an denen die Farbe mit einem Spachtel breit aufgetragen wird und dort ein pastoses Farbrelief ergeben.

Die enorme Reichweite der Bilder, ja der Reichtum der Bilder ergibt sich erst nach und nach bei fern- und nachsichtiger Betrachtung. Terten Sie zunächst einen Schritt zurück vom Bild und bewegen Sie sich erst langsam näher. Die Wirkung ist verblüffend.

Was sich daraus aber auch erschließt ist das Gegensätzliche in den Bildern:
- graphische Mittel neben malerischen Mitteln
- Transparenz und Dichte
- Stumpfheit und Glanz
- Einritzen und Auftragen
all das steht nebeneinander.

Aber auch die Themen sind teilweise Gegensätze in sich und von Kraft und Extremen bestimmt: Brennender Schnee, Sonnenwind, Gefesseltes Licht, Asphaltherz, Brennende Asche usw.
Den starken Farben dieser Bilder kommt also nicht nur eine abbildende, sondern auch eine symbolische Funktion zu!

Bestimmte Kernmotive tauchen in den Bildern der Künstlerin wiederholt auf. Sie kreisen um den Gedanken, dass unsere Welt immer mehr von Menschenhand selbst geschaffen ist. Und um die Verwundbarkeit der Menschen, wie Veränderungen und Umwälzungen in uns sichtbar werden. Einer "Hand Made World" widersetzt sie sich nicht. Wenn man versucht - was nicht gelingen kann - ein weiteres oder ein zusammenfassendes Wort für die Kunst von Soile zu finden, dann kommt der Begriff "Leidenschaft!" als zwingender Gedanke.

Bei Soíle Ylí-Mäyry ist aber unmittlebar der Betrachter gefragt! Nur dieser soll, darf und kann, ja ist gleichsam aufgefordert, sich mit diesen Bildern eine Zeit auseinander zusetzen. "Ich mache nur meinen Job; die Empfindungen, wohin die Kunst einen führt, entstehen im Betrachter selbst," definiert Soile Yli-Mäyry die Rolle des Künstlers.

Was aber macht den Erfolg dieser Bilder aus?
Nicht von ungefähr kommt der Erfolg der Künstlerin auch in asiatischen Ländern. Die Bilder haben etwas zutiefst Meditatives; Reichtum und Tiefe der Bilder finden sich auch durch die fehlende Beschränkung auf die Eindimensionalität. Die Bilder erinnern aber auch an Höhlenmalereistil. Das heisst aber auch: Im Hinblick auf die Dimension der Zeit sind die Bilder ebenfalls nicht festgelegt - passen sie doch aber auch so gut in unsere heutige Zeit, eröffnen Sie uns die täglich sich widersprechenden Gegensätze im Leben, die Ungereimtheiten, Ungerechtigkeiten, das Chaos, die Gewalt aber auch - und das ist wichtig - den Mut und die Liebe.
Hier eben wie selten in einer Leidenschaft: brennend, glühend, rot und gelb: Mit dem Palettenmesser tief im Innern der Menschenseele

Die Bilder von Soile erhalten Sie in der Galerie Jaud, ja diese Werke sind verkäuflich. Die Künstlerin - eine Kunstsozioligin - formuliert das nur etwas feiner:
"Von der Bildkunst erwartet man, sie solle keinen Gewinn erwirtschaften, und der Künstler möge nicht in Erscheinung treten. Wer aber würde Theater schon als kommerziell bezeichnen, nur weil wir für eine Vorstellung bezahlen. Man stelle sich vor, dass nach jeder Vorstellung jemand am Ausgang steht und die Theaterbesucher beschämt um einen Beitrag bittet!"

Den Betrachtern der Ausstellung des "brennenden Traums" wünsche ich die Fähigkeit, hinter der Bilder zu schauen, in sie hinein zu sehen und vielleicht dort etwas wiederzufinden. Vielleicht sogar etwas, das schon lange verloren geglaubt war...

Alexander Jaud






Soíle Ylí-Mäyry stellt auch
ihr neuestes Buch vor





Eindrucksvoll schildert die charmante
Künstlerin ihre Arbeitsweise
und ihre Sicht der Dinge.






Zahlreiche Besucher nahmen die
Gelegenheit wahr, mit der Künstlerin
ins Gespräch zu kommen.




"Asphaltherz" - 2002 - 46/38 cm
"Asphaltherz" - 2002 - 46/38 cm




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